Worte eines Vaters


Anlässlich des Verlaufes eines E-Jugendturnieres am 18.11.18 in Hoyerswerda, an dem auch unsere Jungenmannschaft teilnahm, ist vom LHV auf seiner Internetseite (link zum Artikel) als auch auf seiner Facebook Seite ein Artikel veröffentlich wurden. Wir verstehen und unterstützen das Anliegen von Conni Böhme, auf ein faires Miteinander zwischen allen Beteiligen im Sinne der Kinder und deren Entwicklung hinzuweisen. Wir haben uns dennoch entschlossen, folgenden Artikel des Vaters eines Jungen aus unserer Mannschaft zu veröffentlichen, da wir der Meinung sind, dass auch andere Meinungen zu den detailliert geschilderten Situationen bekannt werden sollten. Wie dieser Vater uns versichert hat, hat er diesen Artikel auch als Kommentar zu dem LHV Artikel gepostet und offiziell der Geschäftsstelle des LHV übersendet. Dieser Post wurde innerhalb weniger Stunden vom LHV wieder gelöscht.

"Hallo ich bin Vater eines Kindes der Mannschaft Cunewalde/Sohland. Ich bin auch der, welcher in dem Bericht im Zusammenhang mit Cunewalde angesprochen wird. Die Veröffentlichung der Ansichten von Herrn Böhme möchte ich zum Anlass nehmen, die andere Seite der Medaille zu beleuchten und hoffe, dass auch er es als Anlass zum Nachdenken nimmt.

Allein, dass er sich im Nachhinein dazu geäußert hat spricht ja dafür, dass er sich damit auseinandergesetzt hat. Ob auch persönlich kritisch, bleibt eher zu bezweifeln – für mich liest sich der Beitrag eher als ausschließliche Schuldzuweisung zu den Eltern und Trainern, die mit der Schiedsrichterleistung nach seiner Auffassung nicht einverstanden waren.

Vorab darf ich versichern, dass ich jegliche ehrenamtliche Tätigkeit und das damit verbundene Engagement in der Freizeit respektiere und sehr schätze. Insbesondere gilt mein Respekt Schiedsrichtern, deren Tätigkeit heute leider latent mit Persönlichkeitsverletzungen verbunden ist.

Nicht konform gehe ich, wenn mit der Tätigkeit ein Anspruch verknüpft wird, der damit einhergeht, dass die eigenen Ansichten und Handlungen ausschließlich als richtig anzusehen sind und Kritik nur vollkommen absurd sein kann – noch dazu, weil man an den Regeln ja mitgearbeitet und jahrelange Erfahrungen hat. Ein solches Verhalten weckt meiner Meinung nach zumindest den Anschein der persönlichen Glorifizierung. Nach meinen Erfahrungen neigen solche Menschen stark dazu hauptsächlich Umstände darzustellen die ihre eigenen Ansichten stützen und rechtfertigen und mit der Tendenz diese blumig zu verstärken.

Bevor ich zu den konkreten Umständen im Zusammenhang mit mir komme möchte ich etwas sehr Bemerkenswertes aufnehmen - die Ausrichtung auf das „pädagogische Pfeifen“ … im Sinne, des Spaßes der Kinder. Dieser Standpunkt zog sich als roter Faden schon durch den Vormittag und spielt in den Ausführungen auch eine gewichtige Rolle. Meiner Meinung nach ist es nichts anderes als ein objektiv nicht nachvollziehbares und vor allem nicht messbares Totschlagargument – welches in der Reaktion nur ein verständnisloses Kopfschütteln erzeugt - so zumindest auch bei unserem Trainer und bei mir. Dem Beitrag inhaltlich weiter folgend heißt es, dass auch ein Regelverstoß in Ordnung ist, im Sinne des Spaßes der Kinder. Pädagogisch ist es wohl – aber mit welchem Ziel? Das es pädagogisch wertvoll ist bezweifle ich zutiefst – denn in welche Richtung sollen die Kinder dadurch denn erzogen und gebildet werden? Ich hoffe mal nicht, dass irgendwann der Mathelehrer in der 1. Klasse 1+1 für = 3 erklärt und eine Arbeit mit ausschließlich fehlerhaften Berechnungen mit einer 1 statt 6 bewertet, nur weil es Kinder der 1. Klasse sind und den Spaß nicht verlieren sollen … Prost Mahlzeit (ich weiß, dass es in der 1. Klasse keine Zensuren gibt). Falsch bleibt falsch – pädagogisch wertvoll ist es die Kinder kindgerecht zu fördern, damit sie auf den richtigen Lösungsweg kommen und den auch verstehen. Zum anderen habe ich Angst, eine solche Denke auf andere gesellschaftliche Bereiche zu übertragen. Die Anzeichen der allgemeinen Entwicklung unserer Gesellschaft, in der Regelverstöße schon eher schick zu sein scheinen, stehen dem Vater des Gedankens nicht fern.

Vollkommen außer Acht lässt diese Herangehensweise, dass es keine Gleichbehandlung und Gerechtigkeit im Unrecht gibt. Die Regeln sind die einheitliche, objektive Messlatte für alle in der jeweiligen Gesellschaft. Werden diese missachtet, wird zwangsläufig jemand ungerecht behandelt … und Ungerechtigkeit empfinden ist ein menschlicher Urinstinkt der Reaktionen verursacht. Das Reaktionen, und nicht nur von mir anlässlich dieses Spiels, da waren hat er ja treffend selbst festgestellt – die richtige Deutung fällt ihm schon schwerer.

Wir sind hier beim Handball mit, im Gegensatz zu anderen Bereichen, zum überwiegenden Teil furchtbar einfachen und klaren Regeln – die verstehen auch Kinder – und denen ist es auch egal, ob sie regelkonform ein paar weniger Tore schießen als regelwidrig ein paar mehr – den Spaß verlieren sie dadurch nicht – und pädagogisch wertvoll ist es allemal, dass sie im Spiel erfahren, dass es Regeln gibt, an die sich zu halten ist. Und nicht nur in der Schule oder anderswo – sondern auch hier beim Handball – und überall sonst. Oder soll ich annehmen, dass der erzieherische Gedanke gepflegt werden soll – man braucht nur lange genug keinen Spaß und Lust haben … dann werden die Regeln schon nicht so durchgesetzt oder gar angepasst werden? Die Anarchie lässt grüßen.

Zum Hergang im Spiel Königsbrück gg. Cunewalde/Sohland und dem Anlass zur Einnahme meines Standpunktes. Das Spiel war schön und packend. Nur eben mit fadem Beigeschmack – in der 2. Halbzeit häuften sich die Tore wo der Fuß des Werfers klar im Kreis war – vielfach komplett - , bis zu zählenden Toren wo zunächst der Ball an einen Fuß des Werfers ging und dann ein Fuß auch noch klar im Kreis war (alles nicht nur 1x und unübersehbar). Alles soweit noch verschmerzbar. Ja, es wurde auch auf beiden Seiten nachgesehen – aber genau die gleiche Anzahl? – gefühlt nein und eher zweifelhaft ... damit kämen wir wieder zu dem schon Geschriebenen. Ich habe es nicht gezählt, zumindest aber auch nicht wahrgenommen, dass dies durch die Schiedsrichter dokumentiert wurde. Der Gipfel der, zumindest aus Sicht des Herrn Böhme, im Spiel vorgelegenen Glückseligkeit war allerdings, als mein Sohn in den letzten Sekunden allein auf das Tor zulief – ja, beim Absprung mit der Fußspitze auf dem Kreis stand – ein Tor hätte also nach den Regeln richtiger Weise nicht gegolten – war es aber seitens Herrn Conni Böhme persönlich auch vorbei mit der pädagogischen Pfeifweise des durchgehen Lassens. Ganz im Gegenteil da musste direkt beim Absprung derart gepfiffen werden, dass mein Sohn vor Schreck auch noch vorbei geworfen hat. Ja, was war das? Angst vor der eigenen Courage seinen Stil durchzuziehen? Die Eingabe der Allmächtigkeit des schiedsrichterlichen pädagogischen Auftrages, welche in diesem Fall die pädagogische Werthaltigkeit eines Unentschiedens über alles stellen musste?

Ja, aus meiner Sicht hätte die Mannschaft einen Sieg verdient gehabt - so oft gewinnen sie leider nicht. Dass die Kinder trotz dieses Ausganges von sich überzeugt waren, ein gutes Spiel gemacht zu haben, spricht für sie (… wenn Herr Böhme das im Nachgang auch offensichtlich – fälschlich - auf seine Leistung bezogen hat) und vor allem auch für die Tatsache, dass sie sehr wohl in der Lage sind auch ohne Regelabweichungen den Spaß nicht zu verlieren. Interessant und an der Stelle erwähnenswert – im Kinderfußball habe ich schon oft feststellen dürfen, dass die Kinder auch ohne Schiedsrichter die vorher beigebrachten Regeln eigenständig sehr gut und präzise befolgen und im gegenseitigen Einvernehmen umsetzen … ohne den Spaß zu verlieren.

Also bin ich, aus meiner Sicht zügigen Schrittes – aus Sicht Herrn Böhmes war ich wohl viel bedrohlicher ... obwohl einen Kopf kleiner -, zum Kampfrichtertisch und habe ganz konkret an beide Herren meine Aussage gerichtet „Wissen Sie was, wenn Sie schon parteiisch sind, dann lassen Sie es doch bleiben, das ist besser für alle Beteiligten“ – worauf Herr Böhme mir konkret antwortetet „was willst Du denn, Du hast doch gar keine Ahnung“ und stark angefressen reagierte als ich ihn zunächst einmal darauf aufmerksam machte, das wir noch nicht beim „Du“ angekommen sind. Eine weitere Konversation wurde dann abgewürgt.

Das Parteilichkeit örtlicher Nähe bedarf ist mir vollkommen neu. Als Schiedsrichter sollte er egal in welcher Liga und welcher Altersklasse genauestens darauf achten, dass nicht einmal der Verdacht von Parteilichkeit entsteht. Die Einhaltung der Regeln, mit Augenmaß bei der Wahl der Strafen (ja, in dem Alter z. B. eine Bankstrafe ohne Vorliegen von bewusster, überzogener Härte auszusprechen hielte auch ich für unnötig) sind da sehr sinnvoll. Objektiv ist nun einmal die Tendenz u. a. bei den Zuschauern solch emotionaler Sportarten wie Handball oder auch Fußball, dass dem Schiedsrichter die Schuld zugeschrieben wird, schafft er es nicht die Unparteilichkeit klar zu wahren. Das sollte er mit seiner Erfahrung aber auch wissen.

Zu meinem Standpunkt stehe ich auch heute noch. Und sorry – in dem Zusammenhang sich auf die Position zurückzuziehen, wir machen auch Fehler, wir sind auch nur Menschen ist etwas zu billig. Was meine Fachkenntnis anbetrifft – ich habe mehr als 20 Jahre selbst Handball gespielt.

hochachtungsvoll"

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