Verein - Gastbeitrag von Eberhard Neumann



Die Sohlander Frauen stellen sich neuen Herausforderungen

Es war mehrere Jahre Usus in Sohland. Die Handballdamen beherrschten die Ostsachsenklasse, verzichteten aber auf den erkämpften Aufstieg. Später wiederholte sich das, in dem das Aufstiegsrecht von der Kreisliga zur Bezirksliga nicht wahrgenommen wurde. Die damaligen Umstände und Rahmenbedingungen schienen nie so gegeben, um höherklassig anzutreten. Inzwischen hat sich das geändert und sie stehen jetzt in ihrer dritten Bezirksligasaison nacheinander. Seit Dominik Droll 2016 das Zepter als Coach übernahm, konnte er auf ein motiviertes Team mit guter Altersmischung zurückgreifen. Auch der Nachwuchs rückte beständig nach. So wurde, auch seinen Ansprüchen gerecht werdend, der Schritt nach oben vollzogen. Nun hat sich das Team in der Liga gut etabliert und setzt sich neue Ziele. Schrittweise wurde, aufbauend auf der Arbeit von Kerstin Sieber und anderen, die Messlatte höher gelegt. Zwei Jahre stand ihm Steve Beyer zur Seite, dann Isabel Sieber. Für sie sucht er seit Mai Ersatz, da sie in anderen Umständen ist. Für Physioarbeit und Krafttraining ist Carina Pooch verantwortlich. Und etwas ganz Neues gab vor dieser Saison. In Vorbereitung der Serie 2019/20 zogen die Damen auf den Rabenberg ins Trainingslager. Damit wurde der angestammte jährliche Trainingsort in der Oberlandgemeinde verlassen. Nach dem Aufstieg 2017 folgten ein siebenter und ein vierter Bezirksliga-Rang. Damit werden die Vorgaben, auch mit der steigenden Trainingsbelastung, für das Ziel Medaillenplatz gesetzt. Droll sagt dazu: „Im Dezember werden wir sehen, wo wir stehen, dann präzisieren wir. Dafür haben wir ein bunt gemixtes Team, zwischen 16 und 39 Jahren zur Verfügung. Das besteht aus drei Torhüterinnen, zwölf Spielerinnen und einer in Reha befindlichen Verletzten. Sukzessive werden wir mit 15/16-jährigen ergänzen. 14-tägig sind die B-Jugendlichen bei Training und Trainingsspielen dabei. Ziel ist, weitere Spielerinnen zu integrieren. Erfahrung und Jugend halten sich die Waage, unsere Stärke ist die Mannschaft.“ Droll will keine seiner Damen hervorheben und ist der Meinung, dass alle talentiert sind und nur ihr Leistungsvermögen abrufen müssen.

Erstmals findet ein Trainingslager auf dem Rabenberg bei Breitenbrunn statt

Da kaum eine Gardegröße erreicht, legt er Wert darauf, dass alle auch alle Positionen spielen können. Das Trainingslager im August diente vor allem der Teambildung und auch der Spaßfaktor kam nicht zu kurz. Die Teilnahme mit 14 Aktiven und drei Trainern war sehr gut. Es ging zudem um Kondition, Kraft und Einstimmung aufs Handballspiel. Dazu fand das Grundlagentraining in der Halle und draußen statt. Insgesamt sieben Trainingseinheiten waren schweißtreibend, intensiv und fordernd. Als Ergänzung befand Droll andere Aktivitäten ebenso wichtig: „Als Ausgleich zum Trainingsprogramm standen Bowling, Billard und Darts auf dem Plan. Der Angebote gab es viele, so auch ein Fußballspiel gegen die Fußballer von Neuruppin.“ Neben dem Trainingslager suchte der Coach vor allem Vergleiche mit höherklassigen Teams. So fanden Testspiele gegen Neustadt, Koweg Görlitz II, Neugersdorf und Sportfreunde Dresden I & II statt. Gemeinsam mit Klotzsche wurde das Turnier der Sportfreunde gewonnen. Abwechslung brachte auch das Beach-Turnier am Halbendorfer See. Welche Auswirkungen der Vorbereitungsstress auf den Verlauf der Saison heben wird, muss sich nun in den Punktspielen zeigen. Und da konnte schon mal das erste Spiel gegen den Mitfavoriten der Liga vom VfB Bischofswerda II gewonnen werden. Der Vorjahrsdritte wurde mit 33:22 klar besiegt. Was das wert ist, wird die zweite Begegnung gegen den Vorjahrszweiten Königswartha am 28. September in eigener Halle zeigen. Droll analysiert: „Gegen Schiebock ließen wir vergangene Saison drei Punkte liegen. Diesmal gewannen wir hinten raus souverän. Grundlage war die geschlossene Mannschaftsleistung. Das Zusammenspiel von Jung und Alt hat richtig gut funktioniert. Auch wenn noch Sand im Getriebe war, bin ich als Trainer zufrieden. Darauf lässt sich aufbauen. Die Torhüter haben einen guten Job gemacht, Theresa Schreiber hatte einen Supertag.“ Nicht nur er konnte sehen, dass da perspektivisch etwas zusammenwächst, was Hoffnungen nährt. Immerhin gibt es auch im Nachwuchs viele talentierte Mädchen. Droll ist sich sicher, wenn alle im Verein an einem Strang ziehen, ist mittelfristig viel mehr möglich. Der Sohlander Damen-Handball ist im Wandel und kommt aus dem Tief heraus. Er ist auf einem guten Weg und vielleicht, mit Droll und seinen eigenen Verbandsliga-Erfahrungen, auch dahin.

Eberhard Neumann

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